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Rund 120 Fachleute aus Jugendhilfe, Schule, Kinder- und Jugendpsychiatrie und benachbarten Professionen folgten am 16.Oktober der Einladung der Educon zu einer Fachtagung auf Gut Mydlinghoven in Düsseldorf-Hubbelrath.
Unter dem Titel „Jugendhilfe: update“ wurden zunächst aktuelle Forschungsergebnisse aus unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen vorgestellt, die für die Kinder- und Jugendhilfe von Bedeutung sind. Daran schloss sich die Frage an, welche Voraussetzungen eine Jugendhilfeeinrichtung erfüllen müsste, um solche und andere Erkenntnisse möglichst rasch und wirksam in ihre praktische Arbeit zu integrieren.
Vorträge im pdf-Format: Vortrag von Frau Prof. Dr. Lioba Baving (444 KB)
Vortrag von Herrn Dr. Ulrich Bürger (107 KB)
Vortrag von Herrn Prof. Dr. Peter Hansbauer (144 KB)
Vortrag von Herrn Prof. Dr. Manfred Laucht (1.91 MB)

Talkrunde mit (v.l.n.r.) Peter Hansbauer, Andreas Weber, Moderator Thomas Gesterkamp, Ulrich Bürger, Lioba Baving
Dr. Thomas Gesterkamp, Buchautor und Journalist aus Köln, moderierte die Veranstaltung, knüpfte die Fäden der Fachvorträge zusammen und leitete die abschließende Talkrunde.
„Weniger Kinder? Weniger Krisen?“ Dr. Ulrich Bürger vom Landesjugendamt Stuttgart beleuchtete die demografische Entwicklung der Gegenwart und der nächsten Jahrzehnte und zeigte auf, welche Auswirkungen sich daraus für die Hilfen zur Erziehung ergeben – aber er machte auch deutlich, dass es hier neben der Demografie noch andere, sehr bedeutsame Wirkfaktoren gibt.
Prof. Dr. Manfred Laucht vom Zentralinstitut für seelische Gesundheit (Mannheim) fasste zentrale Ergebnisse der Langzeitstudie seines Instituts zur Risikoforschung zusammen. Hier wurde deutlich, „warum Erziehung manchmal nicht klappt“ – aber auch, welche Schutzfaktoren Kindern selbst unter schwierigen Bedingungen eine vergleichsweise gesunde Entwicklung ermöglichen.
Unter dem Titel „Man kann den Menschen nicht nur vor den Kopf sehen, sondern auch mitten hinein“ fasste Prof. Dr. Lioba Baving (Universität Kiel) Erkenntnisse der Hirnforschung zusammen. Hirnorganische Zusammenhänge haben großen Einfluss auf unser Verhalten – andererseits hinterlassen Erfahrungen, die wir machen, auch Spuren in unserem Gehirn – zum Teil sogar irreversible Spuren.

Welche Voraussetzungen muss nun eine Jugendhilfeeinrichtung erfüllen, um solche und andere wissenschaftliche Erkenntnisse schnell und erfolgreich in ihr alltägliches Handeln integrieren zu können? Unter dem Titel „Von der Forschung zur betrieblichen Praxis – Anforderungen an eine ‚ideale’ Organisation“ widmete sich Prof. Dr. Peter Hansbauer (FH Münster) dieser Frage und skizzierte die Grundlagen einer lernenden Organisation, die ihr Handeln veränderten Umweltbedingungen anpassen kann, ohne bewährte Handlungsmuster voreilig über Bord zu werfen.
In einer abschließenden Talkrunde mit den Referenten und Educon-Geschäftsführer Andreas Weber verstand es Moderator Thomas Gesterkamp, zentrale Thesen der Fachvorträge nochmals aufzugreifen und die unterschiedlichen Aspekte zusammenzuführen. |